< vorhergehender Beitrag

Akutgeriatrie als Jobchance

Die demografische Entwicklung zeigt einen zunehmenden Anteil älterer Patienten in den Krankenhäusern. Frauen haben laut Statistik Austria bei der Geburt eine Lebenserwartung von rund 84 Jahren, Männer von zirka 79 Jahren.


MR Dr. Wolfgang Ziegler, stv. Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte und Referent für Altersmedizin in der Ärztekammer für OÖ. FOTO: ÄKOÖ

Die Herausforderungen der Alterserkrankungen und besondere Behandlungserfordernisse der Erkrankungen im Alter werden immer spezifischer, daher werden adäquat ausgebildete Mediziner dringend benötigt. Doch die Geriatrie ist bei Jungmedizinern oft kein beliebtes Fach. „Dabei bietet es viele interessante Tätigkeiten und Zukunftsaspekte“, sind sich MR Dr. Wolfgang Ziegler, stellvertretender Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte und Referent für Altersmedizin in der Ärztekammer für OÖ, Prim. Dr. Peter Dovjak, Leiter der Akutgeriatrie und stellvertretender Ärztlicher Direktor Salzkammergut-Klinikum Gmunden und stellvertretender Referent für Altersmedizin der Ärztekammer für OÖ, und Dr. Hendrik Koller, Departmentleiter Akutgeriatrie Krankenhaus der Elisabethinen Linz, einig.

Zusammenarbeit erforderlich

Die Alterskrankheiten und die Krankheiten im Alter verlangen ein besonderes Behandlungskonzept. Bei älteren Patienten sind häufig alle Dimensionen der Gesundheit – Körper, Geist, soziales Umfeld – betroffen und erfordern eine Zusammenarbeit mehrerer medizinischer Berufsgruppen.
Die Herausforderungen bei der Behandlung älterer Patienten sind vielfältig:

  • Die Symptome können atypisch sein.
  • Begleiterkrankungen beeinflussen die Behandlung der akuten Erkrankung.
  • Die medikamentöse Behandlung ist kompliziert durch erhöhte Empfindlichkeit.
  • Patienten können im Denken, in der Urteilskraft und im Gedächtnis beeinträchtigt sein.
  • Die Normalwerte im Labor sind unterschiedlich.
  • Die eingeschränkte funktionelle Organreserve muss berücksichtigt werden.
  • Das soziale Umfeld muss oftmals neu organisiert werden.
  • Die Beweglichkeit muss durch ein Therapeutenteam verbessert werden.
  • Die seelische und willentliche Einstellung ist für den Behandlungserfolg wichtig.

 

Rückkehr in den Alltag

Die geriatrische Klinik stellt für den akut erkrankten älteren Patienten in einer Krise, Verletzung oder Erkrankung einen Ort dar, wo er Vertrauen für die Bewältigung der notwendigen Behandlungen finden kann. „Remobilisation anstatt Pflegebedürftigkeit auf Dauer“, nennt Koller den Grundsatz in den Akutgeriatrien. In den Akutgeriatrien werden in einem ganzheitlichen Diagnoseverfahren die gesundheitlichen Probleme erfasst und im therapeutischen Team bestehend aus Ärzten mit Geriatriezusatzausbildung, Psychologen, Logopäden, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und geschultem Pflegepersonal zielorientiert behandelt. „Die Versorgung in den akutgeriatrischen Abteilungen soll die Voraussetzung für ein Weiterleben in Selbstbestimmung im eigenen gewählten Umfeld ermöglichen“, gibt Dovjak Einblick.
Die spezialisierte Akutgeriatrie kann für einen kleinen Teil dieser Patienten nachweislich lebenswichtige und lebensqualitätsrelevante Verbesserungen erzielen. Fachliche Leistungen sind das geriatrische Assessment, geriatrische Komplexbehandlung, Polypharmaziebehandlung, Synkopenzentrum, Osteoporosebehandlung, Herzinsuffizienz im Alter, Alterstraumatologie und Demenz. Wirtschaftliche Besonderheiten sind die Effektivität der diagnostischen Leistungen und Medikation gemäß Prognose, Remobilisierung vor Pflege und Kosteneinsparungen bei Schenkelhalspatienten.

Klassisches Berufsfeld

„Um diese Leistungen aufrechtzuerhalten, ist Ärztenachwuchs im Bereich Akutgeriatrie gefragt“, betont Ziegler. Dovjak beschreibt die Vorteile, die für einen Job in der Akutgeriatrie sprechen: „Einerseits spielen Kommunikation und Behutsamkeit eine wichtige Rolle. Es ist ein klassischer Arztberuf, wo man aber auch über den Tellerrand blicken muss, denn das Leistungsspektrum wandelt sich.“ Die Betreuung von komplex erkrankten Patienten haben Geriater zunehmend übernommen. Neu sei somit auch die Rolle als wichtiges Teammitglied im Verbund mit anderen Abteilungen, die hochspezialisierte Eingriffe bei älteren Patienten durchführen.
„Die Aufgaben wandeln sich vom klassischen Remobilisieren hin zum Spezialistentum mit multimodalem Assessment zur Erfassung und Behandlung typischer geriatrischer Problemfelder sowie eine Konzentration auf typische Schwerpunkte der Altersmedizin, insbesondere die Behandlung geriatrischer Syndrome wie Stürze, Polypharmazie, Gebrechlichkeit, funktionelle Verschlechterung, Delir, Demenz, Inkontinenz und vieles mehr. Und damit ist notwendige Expertise verbunden“, fasst Koller zusammen und ergänzt: „Bei vielen dieser Eingriffe wie Herzklappenersatz in der Kardiologie, Chemo- oder Strahlentherapien in der Onkologie oder bei größeren Operationen in der Chirurgie ist das Beiziehen eines Geriaters zur Beurteilung und Behandlung typischer Altersprobleme längst zur Routine geworden und in internationalen Guidelines abgebildet.“


Fachärztin bzw. Facharzt für Chirurgie

Landesklinikum Melk; 3390 Melk
[zur Ausschreibung]

___________________________________

Direktorin oder Direktor Erwachsenenpsychiatrie

Psychiatrie Baselland; CH-4410 Liestal
[zur Ausschreibung]

___________________________________

Facharzt/ärztin Konservative Augenheilkunde

Muellbacher Personalberatung; CH-8008 Zürich
[zur Ausschreibung]

___________________________________

Ärztliche Leitung

BBRZ MED GmbH; 4020 Linz
[zur Ausschreibung]

___________________________________

Fachärztin/Facharzt Medizinische und Chemische Labordiagnostik

Tirol Kliniken; 6020 Innsbruck
[zur Ausschreibung]

___________________________________

Kooperationspartner