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„Es braucht Geduld und ein gutes Netzwerk“

Prim. Dr. Christian Schelkshorn ist seit vier Jahren Vorstand der 1. medizinischen Abteilung am Landesklinikum Korneuburg Stockerau. Kleine Einheiten und die Nähe zum Patienten waren dem Primar immer ein wichtiger Baustein in der Versorgung. Welche Tipps er jungen Medizinern mitgeben will, wenn er heute seine eigene Karriere Revue passieren lässt, erzählt er im Interview.


Prim. Dr. Christian Schelkshorn

Würden Sie sich wieder für den Arztberuf und ein Primariat entscheiden?
Ja, ich würde es wieder machen. Die Aufgaben sind herausfordernd, allerdings würde ich heute die Schwerpunkte anders setzen. Die neue Ausbildungsordnung hat einen Wandel eingeleitet, der einen zentralen Aspekt in der Führung einer Abteilung darstellt. Während früher junge Kollegen jahrelang in einem Haus waren, so hat sich nun die Zeit, die sie an einer internen Abteilung verbringen, deutlich reduziert. Wir müssen daher unsere Arbeitsabläufe auch ändern und neu strukturieren, denn der Nachwuchs muss in kürzerer Zeit die gleichen Inhalte vermittelt bekommen. Das ist nur zum Teil eine Frage der Ausbildung, sondern auch eine Frage, wie ich als Führungskraft meine Abteilung strukturiere.

Welche strukturellen Änderungen meinen Sie konkret?
Der Aufbau einer Versorgungseinheit geschieht immer aus Sicht des Systemerhalters und nicht aus Sicht eines Ausbildners. Diese Schere zwischen diesen unterschiedlichen Anforderungen zusammenzubringen, ist eine große Herausforderung. Daneben heißt es, auch noch die Zeit für den Klinikalltag und die Patientenbetreuung aufzubringen. Durch das Arbeitszeitgesetz ist die Kontinuität auf der Station verlorengegangen und wir müssen Dienst­übergaben, die Dokumentation unserer diagnostischen und therapeutischen Überlegungen in viel deutlicherer Form als bisher zustande bringen, denn wir sehen unsere Nachfolger bei der Dienstübergabe nicht immer. Dazu kommt, dass wir ständig in einem Wechsel zwischen Papier- und elektronischer Befundung arbeiten. Wir zücken den Krankenakt am Patientenbett oft nur noch als symbolischen Akt, um nachzulesen, was verordnet wurde. Die Befundung ist aber längst elektronisch. Diese Vermischung erschwert oft die Begleitung der Patienten.

Gibt es auch positive Entwicklungen?
Ich sehe diese aufgezählten Punkte nicht ausschließlich negativ. Vieles davon zwingt uns einfach, neu zu denken und die Perspektiven zu wechseln. Das heißt auch, dass wir aktiv mitgestalten können und das ist herausfordernd und spannend! Wir müssen zum Beispiel immer wieder betonen, wie wichtig in der Führung einer Abteilung die Implementierung von administrativen Hilfen ist. Damit meine ich jetzt nicht EDV-Arbeitsplätze, sondern physische Personen. Zudem benötigen wir auch in der Krankenhaus-IT kreative Köpfe, um genau diese Entwicklungen mit uns gemeinsam zu gestalten. Geht nicht, gibt’s nicht!

Welche strategischen Qualifikationen sind aus Ihrer Sicht für die Aufgaben eines Primararztes wesentlich?
Im Augenblick würde ich sagen, es braucht Geduld und ein gutes Netzwerk. Die besten Strategien nützen nichts, wenn man nicht die passenden Unterstützer für seine Ideen findet.

Sie engagieren sich im Vorstand des VLKÖ. Was ist Ihnen hier wichtig?
Der Netzwerkgedanke ist sicher entscheidend, denn man trifft hier Kollegen, die ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen. Wir sitzen alle im selben Boot. Der Austausch hilft enorm, zum Beispiel, wenn es um Rechtsfragen bei der Letztverantwortung geht. Im VLKÖ werden viele Themen angeschnitten, die unseren Arbeitsalltag betreffen und wir tauschen Ideen und Lösungsmöglichkeiten aus.

VLKÖ

Der VLKÖ ist die Plattform leitender Ärzte im Gesundheitswesen. Er hat engen Kontakt zu über 1.500 Ärzten in Führungsposition und vertritt deren Anliegen und Interessen. Eines der Hauptanliegen des Verbandes ist es, gesundheitspolitische Themen voranzutreiben, um neue, dringend benötigte Lösungsansätze für Probleme, mit denen sich Primarärzte im Berufsalltag konfrontiert sehen, zu diskutieren und so auch zu Verbesserungen beizutragen. Die Mitglieder des VLKÖ verfügen über hohe fachliche Expertise und Kompetenz hinsichtlich ihrer Organisation und über sehr gute Kenntnis des österreichischen Gesundheitswesens. Damit stellt der Verband eine informative Plattform von Primar- und OberärztInnen dar. Durch die enge Zusammenarbeit mit allen wichtigen medizinischen Fakultäten, Akademien und Gesundheitsinstitutionen hat der Verband einen weitreichenden Einblick in das ärztliche Gesundheitswesen der Krankenhäuser und arbeitet stets auch an einer soliden Zusammenarbeit mit der niedergelassenen Kollegenschaft.
www.leitendekrankenhausaerzte.at


Chefarzt/Chefärztin Abteilung Innere Medizin

Zentralkrankenhaus Bozen; CH-39100 Bozen [zur Ausschreibung]

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Arzt/Facharzt für Arbeitsmedizin in Leitungsfunktion (m/w)

BMW Group; 4400 Steyr
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Fachärztin/-arzt für Radiologie

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FA für Kinder- u. Jugendpsychiatrie und psychotherapeutische Medizin

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