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Wo bleibt der Killerinstinkt bei der Gehaltsverhandlung?

Auch wenn das Thema Gehalt im Beruf stets präsent ist, ist ein Gespräch darüber mit dem Vorgesetzten oft eine große Hürde. Vor allem Frauen agieren bei Verhandlungen nach einer Gehaltserhöhung immer noch sehr zögerlich.


Es ist fester Bestandteil jedes Arbeitsverhältnisses und doch selten das Gesprächsthema Nummer eins: das Gehalt. Vor allem, wenn es um eine Erhöhung geht, liegen nur wenige konkrete Informationen vor: Wie oft wird über mehr Gehalt gesprochen – und zu welchen Anlässen? Mit welchen Forderungen geht man in eine Gehaltsverhandlung? Und welche Resultate bringen die Verhandlungen? Eine aktuelle Studie der Online-Jobbörse www.stepstone.at, durchgeführt von marketagent.com, gibt Antworten auf diese Fragen. Befragt wurden dafür 1.011 Österreicher, repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 20 und 55 Jahren mit höherer Bildung in einem Angestelltenverhältnis.

Mehr als doppelt so viele Männer

(3,2 %) wie Frauen (1,1 %) fragen sogar mehrmals pro Jahr nach einer Gehaltserhöhung und bevorzugen hier auch die aktive Ansprache des Themas – 63,7 % der Männer fragen selbst aktiv nach, bei den weiblichen Angestellten sind es nur 53 %. Ein Grund für das Zögern der Frauen liegt vielleicht daran, dass diese eher Teilzeitjobs bekleiden. Denn: Von allen Teilzeit-Angestellten fragen mehr als die Hälfte, ganze 53 %, überhaupt nie nach einer Gehaltserhöhung. Zum Vergleich: Nur 38,3 % aller Vollzeit-Mitarbeiter wagen keine Frage nach einem höheren Gehalt.
Dabei hätten Frauen durchaus gute Chancen auf eine Gehaltserhöhung: 17,2 % der Frauen bieten die Vorgesetzten von sich aus das Gespräch über eine Gehaltserhöhung an. Wenn sie sich doch in Gehaltsverhandlungen wagen, sind Frauen dabei erfolgreicher als Männer. Während 73,8 % der Frauen mehr Geld bekommen, sind es bei den Männern nur 64,3 %.

Gehaltserhöhung braucht Leistung

„Die Ergebnisse der Studie zeigen eindeutig: Wer öfter nach einer Gehaltserhöhung fragt, steigert auch seine Chancen darauf, mehr Geld zu bekommen. Falsche Bescheidenheit tut Frauen nicht gut – auch dann nicht, wenn sie ‚nur‘ in Teilzeit arbeiten. Denn wie unsere Studie zeigt, sind die Chancen auf Erfolg durchaus gegeben – wenn Frauen sich trauen, aktiv mehr Geld zu fordern“, so Rudi Bauer, Geschäftsführer von StepStone Österreich.
Nach mehr Gehalt gefragt wird in Österreich am ehesten bei Beförderungen (51,2 %), Mitarbeitergesprächen (41,6 %) und mit zunehmender Berufserfahrung bzw. Zugehörigkeit im Unternehmen (36,7 %). Frauen fragen am ehesten nach mehr Geld, wenn ihre Arbeitsauslastung zunimmt (30,3 %), sie außerordentliche Leistungen erbracht haben (36,2 %) oder sie Weiterbildungen absolviert haben (30,3 %). Männer fragen hingegen eher nach mehr Gehalt, wenn sie mehr Verantwortung übernommen haben (51,8 %), sie das Gefühl haben, zu wenig zu verdienen (30,5 %), es dem Unternehmen gut geht (17,7 %) oder es die private Situation erfordert (11,1 %).
Immer noch sehen 14,2 % der befragten Frauen keinen Anlass für eine Gehaltserhöhung – und fragen dementsprechend auch nicht danach. Zum Vergleich: Nur 9,8 % der befragten Männer sind der Meinung, dass ihnen gar keine Gehaltserhöhung zusteht.

Vom richtigen Zeitpunkt

Ihrem eigenen Verhandlungsgeschick vertrauen die Österreicher nicht besonders, zeigt die Studie: Ganze 57 % finden es schwierig, Gehaltsverhandlungen zu führen. Entsprechend bereiten sich 67,3 % intensiv auf solche Gespräche vor. Diesbezügliche Informationen werden allerdings nur selten im eigenen Haus eingeholt: Nur 27,6 % tauschen sich vor Gehaltsgesprächen mit Kollegen im eigenen Unternehmen aus. Lieber warten sie den richtigen Zeitpunkt ab (75,6 %) und gehen mit einem klaren Gehaltsziel in die Verhandlung (64,2 %). Im Geschlechtervergleich schneiden Frauen auch hier schwächer ab: Während nur
50 % der Männer es schwierig finden, ein Gehaltsgespräch zu führen, sind es bei den Frauen 64 %. Zudem wählen Männer häufiger den informellen Weg zur Gehaltsverhandlung (46,7 % vs. 39,1 % der Frauen) und gehen öfter mit einem klaren Gehaltsziel in die Verhandlung (65,7 % vs. 62,9 % der Frauen).
„Der richtige Zeitpunkt und ein klares Gehaltsziel sind wichtige Faktoren in der Verhandlung um mehr Gehalt. Kollegen würden sich einen großen Gefallen tun, wenn sie sich in der Vorbereitung schon mit anderen Kollegen im Haus austauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Gemeinsam können Strategien erarbeitet und Herangehensweisen verglichen werden – vor allem, wenn der Vorgesetzte als schwieriger Verhandlungspartner bekannt ist.“

Bescheidene Wünsche

Mit überzogenen Erwartungen gehen die meisten jedenfalls nicht in die Gehaltsverhandlungen: Im Schnitt erwarten sich die Befragten 5 bis 10 % Gehaltserhöhung. Frauen zeichnen sich dabei erneut durch besondere Bescheidenheit aus: Nur 18,6 % erwarten eine Gehaltssteigerung von mehr als 10 % – bei den Männern fordern das 23,2 %. Wer mit einem konkreten Gehaltsziel in die Gehaltsverhandlungen einsteigt und das Thema aktiv anspricht, profitiert stärker. Frauen dürfen sich dabei ruhig höhere Ziele stecken – falsche Bescheidenheit ist beim Thema Gehalt fehl am Platz.
Scheitert die Frage nach einer Gehaltserhöhung, geben 46,9 % der Befragten an, weiterzuarbeiten, um mit besserer Leistung zu punkten oder Alternativen wie etwa Zusatzleistungen oder Prämien auszuverhandeln. Knapp ein Viertel der Männer wählt den Absprung und sucht sich als Konsequenz einen neuen Job. Frauen wählen hingegen öfter die „innere Kündigung“: Sie arbeiten nach einer Absage mit weniger Motivation und Enthusiasmus weiter als ihre männlichen Kollegen.
Für Arbeitgeber interessant: 34 % der Befragten haben schon mindestens einmal den Arbeitgeber gewechselt, um eine Gehaltserhöhung zu bekommen. Allerdings können sich auch hier Frauen kaum vorstellen, einen neuen Job zu suchen, „nur“ weil es nicht mehr Gehalt gab. rh

Auf einen Blick

  • Fast die Hälfte aller Frauen hat noch nie nach einer Gehaltserhöhung gefragt.
  • Anlässe für die Frage nach mehr Gehalt sind am ehesten das Mitarbeitergespräch und Beförderungen.
  • Männer fragen aktiver nach mehr Geld und steigen mit höheren Gehaltsforderungen ins Gespräch ein. Frauen schließen Gehaltsverhandlungen zwar eher erfolgreich ab, sind aber auch mit geringerer Gehaltserhöhung zufrieden. Folgen von keiner Gehaltserhöhung: Männer wechseln den Job, Frauen gehen in die „innere Kündigung“.

Tipps für Ihre Gehaltsverhandlung

  1. Fragen Sie nach einer Gehaltsanpassung – das klingt charmanter als „Erhöhung“.
  2. Warten Sie nicht auf einen Vorschlag, sondern nennen Sie zuerst die Summe.
  3. Planen Sie einen Verhandlungsspielraum ein.
  4. Berechnen Sie vorab bei konkreten Summen, was tatsächlich bleibt – Brutto-Netto-Vergleiche bringen realistische Ziele.
  5. Sprechen Sie mit Vorgesetzten immer über Bruttobeträge.
  6. Halten Sie eine persönliche Leistungsmappe bei der Hand – das gibt handfeste Argumente und ein gutes Gefühl.
  7. Erstes Angebot ablehnen!
  8. Sprechen Sie das Thema Gehaltsanpassung mindestens alle ein bis zwei Jahre aktiv und entschieden an.
  9. Wenn der Forderung nach Gehaltsanpassung nicht nachgegeben wird, geben Sie nicht nach, sondern suchen Sie aktiv nach anderen Formen der Abgeltung.

 

 


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