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Es geht ja „nur“ um die Haut …

„Hautarzt ist ja nicht richtig Arzt“, ist die Pointe eines Cartoons, den Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Peter Weninger an den Beginn seiner kürzlich gehaltenen Antrittsvorlesung an der Medizinischen Universität Wien stellte.


Foto: istockphoto/ 35007

Als ob es die These wäre, die es zu widerlegen gäbe, vermittelte Weninger einen spannenden Einblick in sein Fach, in dem seit geraumer Zeit ein Paradigmenwechsel stattfindet, der nicht zuletzt durch seine eigenen Forschungen vorangetrieben wurde.

Sie waren immer wieder mit den klischeehaften Vorstellungen über Ihr Fach, der Dermatologie konfrontiert. Wie lauten diese?
Zuschreibungen, die mit mehr oder minder freundlichen Begriffen darauf hinweisen, dass es sich ja „nur“ um die Haut handelt, waren am Beginn meiner Karriere nicht selten. Von der „Cortisonsalbe für alles“ bis zum „Wimmerldoktor“ lassen sich die Klischees gut zusammenfassen. Die intensive Auseinandersetzung mit der Haut als Organ, und die Erkenntnisse, welche Rolle Immunzellen hier haben, hat dieses Bild grundlegend verändert.

Aufgrund Ihrer Forschungsarbeit ist ein tieferes Verständnis von Haut entstanden. Welche Gebiete werden Sie in Zukunft bevorzugt beforschen?
Wir haben gelernt, die Haut als Organ mit weit komplexeren Funktionen zu verstehen, als das lange Zeit üblich war. Die wichtige Rolle des Immunsystems der Haut für die Entstehung von Krankheiten ist ein Teil unserer Arbeit. Auf diesen Erkenntnissen, die wir laufend erweitern aufbauend, können wir hochspezifische Therapieansätze entwickeln.

Können Sie Beispiele nennen, wie sich die Forschungsergebnisse auf die Behandlungserfolge auswirken?
Zunächst haben die Erkenntnisse, die sich aus den Forschungen zum Hautimmunsystem ergeben haben, dazu geführt, dass wir einen anderen Zugang zur Pathogenese der betrachteten Krankheiten entwickelt haben. Entzündliche und maligne Erkrankungen wie die Schuppenflechte, das atopische Ekzem oder das Melanom wurden so grundlegend anders behandelbar. In meiner Antrittsvorlesung habe ich einige beeindruckende Bildbeispiele zeigen können, die für sich sprechen. Zum Beispiel konnte ein Patient, an dem Rumpf und Extremitäten großflächig mit Schuppenflechte bedeckt waren, mittels Immuntherapie langfristig beschwerdefrei werden. Ebenso ist die Therapie des Melanoms in Stadien möglich, die früher als letal gelten mussten. All das sind Behandlungserfolge, die noch während meiner medizinischen Ausbildung nicht denkbar waren.

Was war Ihr Weg zu dieser hochspezialisierten Ausrichtung und welche Schwerpunkte setzen Sie im Rahmen Ihrer Professur?
Es gibt eine Reihe von Menschen, denen ich Anregungen und Unterstützung in meinen Forschungsambitionen zu verdanken habe. Ein früher Einfluss, der sicherlich eine erste Spur gelegt hat, ist das Verständnis von Haut als Organ. Haut so zu verstehen, dass sie nicht eine segregierte, passive Hülle unseres Körpers ist, sondern ebenso ein Spiegel dessen, was in seinem Inneren vor sich geht. Die Forschung stand für einige Jahre im Zentrum meiner beruflichen Aktivitäten. Die Harvard Medical School, war eine sehr wichtige Etappe auf meiner „Walz“, wie es Professor Stingl nannte, für die ich mich entschied. Forschungsarbeiten, an denen ich mich beteiligte, befassten sich mit der Rolle der Immunzellen in der Haut. Es war möglich, die Migration der Zellen mittels Film zu erfassen. Ein Schwerpunkt in meiner wissenschaftlichen Arbeit ist die Anwendung neuester mikroskopischer Methoden, die eine Echtzeitbeobachtung solcher Vorgänge in der Haut ermöglichen. Anschließend nahm ich ein Angebot an, als Senior Scientist am Wistar Institute in Philadelphia zu arbeiten. Schließlich leitete ich den Bereich akademische Dermatologie an der Sydney Medical School sowie den klinischen Bereich Dermatologie am Royal Prince Alfred Hospital in Sydney, Australien. Damit bin ich schließlich zur Dermatologie zurückgekehrt.

Welchen fachlichen Schwerpunkten soll Arbeit an der Universitätsklinik für Dermatologie künftig folgen?
Die Zukunft an der Klinik sehe ich in meinem Fachbereich durch Schwerpunkte definiert, die in der Grundlagenforschung sowie in der klinischen Forschung gesetzt sind. Und ich sehe auch im Feld der Digitalisierung die künstliche Intelligenz als Bereich mit großem Potenzial für die Dermatologie.

Welche konkreten Aktivitäten stehen an?
High Definition Medicine und die dafür erforderlichen Komponenten sind der rote Faden.  Das volle Spektrum des klinischen Faches zu erhalten, Präzisionsmedizin einzubeziehen, Spitzenforschung in allen Bereichen anzuwenden, die zukünftigen Spitzenkräfte der Dermatologie zu entwickeln und Artificial Intelligence für das Fach zu nutzen, ist im Überblick das „To-do“ an meiner Klinik. Letztendlich streben wir eine in sich schlüssige Kette zwischen hoch definierenden Vorsorgetechnologien bis zur Präzisionstherapie an. Um diese personalisierte Therapie zu erreichen, braucht es eine individuelle Baseline für Gesundheitsrisiken und die Definition von Abweichungen, die die Charakteristika zur Krankheitserkennung benennen. Datamining mit Hilfe von Artificial Intelligence für große Datenmengen aus Forschung und Behandlung wird die Grundlage für Behandlungspläne, Telemedizin, Präzisionsmedizin und Robotik, um nur einige zu nennen. Artificial Intelligence wird automatische Diagnosen auf Basis von Bildern ermöglichen. Bereits jetzt gibt es Systeme, die Melanome und Hautkrebs geringfügig besser diagnostizieren als der statistische Mittelwert bei der Konsultation von Dermatologen.  Die Grundlagenforschung wird sich bei uns mit Themen wie bildgebenden Verfahren, Single-Cell-Biologie, Pathogenese von Hautkrebs, Genetik in der Dermatologie und Haut als Öko­system – Skin Microbiome – befassen. ch


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