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Gute Stimmung an Vorarlbergs Krankenhäusern

Neue Arbeitszeitregelung und verbesserte Arbeitsbedingungen an Spitälern führen zu Win-win-Situation für Patienten, Ärzte und Krankenhausbetreiber.


FOTO: Fotostudio Schrotter

Durch gezielte Personalmaßnahmen in den Vorarlberger Landeskrankenhäusern mit Unterstützung der Ärztekammer Vorarlberg hat sich die Situation für alle Beteiligten verbessert: Die angestellten Ärzte haben nun eine gute Work-Life-Balance, die Patienten erhalten weiterhin eine optimale Versorgung und die Krankenhäuser in Vorarlberg genießen österreichweit und über die Grenzen hinaus einen guten Ruf als attraktive Arbeitgeber. Diese Arbeitsplatzzufriedenheit ist Voraussetzung dafür, dass genügend Ärzte für die stationäre Versorgung der Vorarlberger Patienten gewonnen werden können.

Verbesserung der Arbeitssituation

Das Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz sieht eine Übergangsregelung zur Senkung der wöchentlichen Höchstarbeitszeit bei den Spitalsärzten von 60 auf 48 Stunden bis 1. Juli 2021 vor. 2009 und 2011 machten die Ärzte in den Spitalsärzte-Enqueten zudem auf die belastende Arbeitssituation mit durchschnittlich 60 Wochenstunden aufmerksam. Im Herbst 2013 hat sich die Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsges.m.b.H. (KHBG) des Themas der Verbesserung der Arbeitssituation für Spitalsärzte angenommen: Das Ziel war, neue Arbeitszeitmodelle für Ärzte einzuführen und damit die wöchentliche Arbeitszeit auf 48 Stunden zu senken. Nach zwei Jahren intensiver Entwicklung und Diskussion mit den Ärztevertretern wurden schließlich die neuen Arbeitszeitmodelle in den Vorarlberger Landeskrankenhäusern mit 1.1.2016 eingeführt.
„Damit wurde eine Lösung für eine Arbeitszeitregelung gefunden, mit der die Ärzte, die KHBG und das Land Vorarlberg im Wesentlichen zufrieden sind“, erklärt Dr. Hermann Blaßnig, Kurienobmann der angestellten Ärzte und ergänzt: „Der größte Teil der Ärzte arbeitet jetzt ,nur‘ noch 48 Stunden pro Woche und hat dadurch eine ausgewogene Work-Life-Balance. Die damit verbundene Arbeitsplatzzufriedenheit hat einen hohen Stellenwert und steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der vollumfänglichen Patientenversorgung im Land. Aktuell herrscht eine gute Stimmung an den Krankenhäusern und der Standort Vorarlberg hat für Spitalsärzte deutlich an Attraktivität gewonnen.“

35 neue Arztstellen in den Landeskrankenhäusern

Durch die Einführung der 48-Stunden-Woche und der neuen Dienstmodelle der Krankenhaus-Betriebsgesellschaft sind die Vorarlberger Spitäler österreichweit und über die Grenzen hinaus zu einem attraktiven Arbeitsplatz geworden. „Die positive Stimmung hat unmittelbare Auswirkungen auf die Zufriedenheit der Ärzte, die gesetzten Maßnahmen in allen Bereichen tragen zum Wohl unserer Mitarbeiter bei“, zeigt sich Gerald Fleisch, Geschäftsführer der Vorarlberger Krankenhaus-Betriebsgesellschaft, zufrieden mit der Entwicklung der letzten Jahre: „Unser Ziel war eine Entlastung sowie eine Steigerung der Arbeitsplatzzufriedenheit. Wir haben 35 zusätzliche Ärzte eingestellt, um die Arbeitszeit für die Einzelnen senken zu können. Durch solche Maßnahmen finden wir weiterhin gut qualifizierte Ärzte für die Vorarlberger Landeskrankenhäuser und schaffen als Arbeitgeber gute Bedingungen für unsere Mitarbeiter. Einen besonderen Fokus setzen wir in Zukunft auch auf altersgerechtes Arbeiten für alle Berufsgruppen und bereits jetzt auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Beides hat einen hohen Stellenwert für uns und in der Arbeitsplatzzufriedenheit für unsere Mitarbeiter.“

Verbesserte Ärzteausbildung durch Rotation

Eine weitere Maßnahme, die gemeinsam von der Ärzteschaft und der KHBG umgesetzt werden konnte, ist das Rotationsmodell für auszubildende Ärzte. Dr. Ruth Krumpholz, Chefärztin am LKH Bludenz, sieht der Ausbildungssituation damit optimistisch entgegen: „Aktuell erleben wir, was möglich ist, wenn sich alle gemeinsam bemühen, eine Situation zu verbessern. Die Rotation der auszubildenden Ärzte von Krankenhaus zu Krankenhaus ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Jedes Spital in Vorarlberg hat vor allem in chirurgischen Fächern seinen eigenen Schwerpunkt und kann damit in diesem Bereich die beste Ausbildung sicherstellen. Für unsere Jungärzte ermöglicht das ‚Lernen von den Besten‘ und somit höchste Ausbildungsqualität.“ Die Primaria lobt zudem die zielorientierte Herangehensweise zur Verbesserung der Arbeitszeit: „Das erklärte Ziel war in Vorarlberg von Anfang an die 48-Stunden-Woche. Berechnungen wurden gemacht, wie viele zusätzliche Stellen benötigt werden, um die 48-Stunden-Woche einzuführen und diese Stellen durften besetzt werden – das war ein Meilenstein.“

LR Bernhard lobt beispielhafte Vorgehensweise

Auch Landesrat Dr. Christian Bernhard beurteilt die Entwicklung der Krankenhäuser in Vorarlberg positiv: „Ich bin froh, dass wir gemeinsam eine Lösung gefunden haben, mit der alle zufrieden sind. Die Versorgung der Patienten und das Wohl der Menschen in unserem Land hat oberste Priorität. Die Ärztekammer Vorarlberg war österreichweit die einzige Kammer, die den Ärzten empfohlen hat, in der Übergangszeit länger zu arbeiten, falls dies erforderlich ist. Das hat vorbildlich funktioniert und unser gutes Gesundheitssystem aufrechterhalten. Die KHBG hat ebenso umgehend gehandelt und zusätzliche Arztstellen geschaffen, um die 48-Stunden-Woche in die Praxis umzusetzen, und die Vorarlberger Krankenhäuser durch zahlreiche Maßnahmen zu einem attraktiven Arbeitsplatz gemacht.“ rh


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